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Was ist schöner als siegen? Ein Cup-Spiel ist immer etwas Besonders.
 

Verliert man dann ist das Abendteuer aus und vorbei!
Noch nervenaufreibender ist der Umstand, dass das erste Cup-Spiel gegen Wollishofen-a gerade bei Saisonbeginn - also nur anderthalb Wochen nachdem die Mannschaft zusammen trainiert und spielt - stattfindet.

Als Trainers einer neuen Mannschaft beschäftigt uns das. Am liebsten hätten wir ein paar Wochen mehr Zeit, um die Mannschaft und unser Spiel zusammen mit den Spielern zu formen.Zudem entdecken wir, dass unser Gegner eine Promotionsmannschaft ist- also eine Liga höher spielt als unsere Da-Spieler. Gut, was machen wir nun - teilen wir diese Entdeckung den Spielern mit oder etwa lieber nicht? Wir entscheiden uns diese „Kleinigkeit“ für uns zu behalten.

Am Spieltag in der Kabine - leicht angespannt aber voll motiviert - erarbeiten wir zusammen mit den Spielern eine Taktik. Sie beruht auf zwei Eckpfeiler: die „Chaos-Aufstellung“ (ein Rachid’sches Geheimrezept, dass wir hier nicht enthüllen. So viel sei jedoch verraten: lasst Euch vom Namen nicht täuschen!) und - der Wille physisch und mental alles zu geben.

 

Unsere Da-Spieler gehen motiviert und zuversichtlich aus der Kabine - wir als Trainers sind (an)gespannt. Nach einem kurzen Aufwärmen geht das Spiel gleich los. Und ja, unsere Befürchtungen treffen ein - es wird ein Kampf! Aber die Mannschaft hält zusammen, kämpft und am Ende des ersten Drittels steht es immer noch 0:0. Dieses Zwischenresultat macht Mut und langsam dämmert es den Spielern - wir können ja mithalten. Nochmals eine kurze Runde Taktik und Motivation und dann geht das zweite Drittel los.

 

Es wird nicht einfacher und durch ein kleines Kunststück geht die Mannschaft 1:0 in Führung und so endet auch ein stark umkämpftes und kräftezehrendes zweites Drittel. Die Mannschaftsdynamik verändert sich - unsere Spieler liebäugeln nun mit einem Sieg. Die Müdigkeit macht sich aber bemerkbar. Als letzte Motivation lassen wir die Katze aus dem Sack und enthüllen den Spielern, dass sie gerade gegen eine Promotionsmannschaft spielen!

Kurzes Schweigen, die Spieler schauen sich an und sind nun bereit neue Kräfte für die letzen und entscheidenden 25 Minuten zu mobilisieren.

Jedes Spiel bedarf auch ein Quäntchen Glück.Darauf müssen wir kurzfristig verzichten und ein Eigentor verzeichnen. Moral und Kampfgeist bleiben bei den Spielern jedoch hoch und nach 75 Minuten heißt es: 11-Meter schießen!
Manche Spieler wollen gar nicht erst schießen. Die Angst zu verschießen und daran „Schuld“ zu sein, dass die eigene Mannschaft verliert, ist für die Spieler sehr herausfordernd. Wir versuchen ihnen zu erklären, dass Gewinn oder Verlust nicht die Herausforderung sei. Die einzige Herausforderung sei die eigenen Ängste und Unsicherheiten zu überwinden und mutig und zuversichtlich anzutreten.


Fünf Spieler treten an. Alle versenken ihre Schüsse sicher und bravourös. Unser Gegner hat nicht soviel Glück und verschießt seinen 5. Schuss. Wir gewinnen 6:5!
Der Jubel ist groß, unsere Fans - insbesondere die C1-Spieler - stürmen das Feld und unsere Spieler sind überglücklich. Wir als Trainers sind natürlich stolz auf die Spieler aber wir denken vor allem daran, dass derartige Spiele, welche Kampfgeist, Mut und Überwindung der eigenen Ängste erfordern, Jugendliche als Individuen und als Gruppe längerfristig formen und prägen. Dieser Gedanke ist schöner als der Sieg.

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Elfmeter-Thriller